Wegeunfall

Herr Peterson ist als Flugkapitän tätig. Am späten Abend landete Herr Peterson am Flughafen. Der nächste Einsatz war für die folgende Nacht vorgesehen. In der Zwischenzeit war er mit seiner Besatzung in einem Hotel in der Nähe untergebracht. Gegen 19.00 Uhr begab er sich mit den übrigen Mitgliedern der Besatzung vom Hotel aus zu einem fünf Gehminuten entfernten Restaurant. Auf dem Rückweg vom Abendessen wurde er von einem Pkw erfasst und so schwer verletzt, dass er seinen Dienst bei der Deutschen L AG aufgeben musste. Er erlitt sowohl eine Tossy III Verletzung der Schulter als auch komplexe Rupturen des vorderen und hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk.

Die Berufsgenossenschaft lehnt Entschädigungsleistungen ab, da Herr Peterson bei einer privaten Interessen dienenden, eigenwirtschaftlichen Tätigkeit verunglückt sei. Kurz gesagt: beim Essen gehen.

Die Ablehnung erfolgte hier zu Unrecht!

Urteil

Nach den tatsächlichen Feststellungen liegt das Restaurant, in dem der Kläger mit den übrigen Mitgliedern der Besatzung zu Abend aß, nur fünf Gehminuten entfernt, so dass keine unverhältnismäßig weite Entfernung zwischen dem Hotel und dem Ort der Essenseinnahme lag. Die gegenteilige Auffassung, ein Versicherungsschutz auf Wegen zur Nahrungsaufnahme und zurück sei auf Dienstreisen nur insoweit gegeben, als hierfür die nächstgelegene Gegebenheit wahrgenommen werde, kann nicht überzeugen. Abgesehen davon ist davon auszugehen, dass trotz der Möglichkeit, in der Kantine des Betriebes zu essen, in dem sich der Versicherte aus dienstlichen Gründen aufhält, der Versicherungsschutz auch auf Wegen nach und von dem Ort seiner auswärtigen Tätigkeit zu einer Gaststätte in der Nähe besteht.

*Diesem fiktiven Beispielfall liegt der Sachverhalt des Urteils des Bundessozialgerichts (BSG), Urteil vom 23. Juni 1977 – 2 RU 15/77 –, juris, zu Grunde.

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