Juvato kämpft für Studenten!

Wir sorgen für faire Leistungen der Berufsgenossenschaft und machen uns stark in allen Belangen rund um den Berufsunfall – auch für Studenten.

Kreuzbandriss beim Hochschulsport

Die Studentin Stefanie verletzte sich beim Hochschulsport in der Universität. Sie blieb bei einer Drehbewegung am Hallenboden hängen und zerriss sich das Kreuzband. Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus musste in Folge eine vordere Kreuzbandersatzplastik vorgenommen werden.

Der Beratungsarzt der Berufsgenossenschaft verneinte in seiner Stellungnahme einen Arbeitsunfall/Schulunfall, weil er keine Anzeichen einer frischen Ruptur erkennen konnte.

Gestützt hierauf lehnte die Berufsgenossenschaft mit Bescheid die Gewährung einer Entschädigung ab, weil es sich bei dem Unfall während des Hochschulsports nicht um einen Arbeitsunfall im Sinne der Gesetzlichen Unfallversicherung gehandelt habe. Zudem seinen keine Verletzungen auf den Unfall zurückzuführen.

Ein eingelegter Widerspruch von Stefanie hatte keinen Erfolg.

Die Berufsgenossenschaft lehnte hier zu unrecht ab.

Urteil

*Das Ergebnis, der von der Berufsgenossenschaft vorgelegten beratungsärztlichen Stellungnahme, konnte die eingeholten Gutachten im Gerichtsverfahren nicht in Zweifel ziehen. Der Radiologe und Beratungsarzt der Berufsgenossenschaft begründet seine Zweifel am Vorliegen einer kompletten Ruptur eines bis dahin intakten vorderen Kreuzbandes im Wesentlichen damit, dass die festgestellten ödematösen Veränderungen im vorderen Kreuzband sehr diskret waren und eine Ruptur in Anbetracht des relativ nahen Untersuchungszeitpunkts ein wesentlich deutlicheres Ödem zur Folge haben müsste. Hiermit wird aber nicht in Zweifel gezogen, dass die für eine vordere Kreuzbandruptur erforderlichen Ödembildungen gesichert werden konnten. …Eine nachvollziehbare Begründung, warum die im Fall von Stefanie zeitnah kernspintomographisch gesicherten Ödeme, die typisch für das Schadensbild einer Kreuzbandruptur sind, dennoch nicht ausreichen sollen, wird nicht erbracht. …Entscheidend ist die Frage, ob eine solche nach den zur Verfügung stehenden Erkenntnissen hinreichend wahrscheinlich gemacht werden kann.

Für die Frage, ob ein versicherter Unfall vorliegt, kommt allein Versicherungsschutz nach § 2 Abs. 1 Nr. 8 Buchstabe c SGB VII infrage. Demnach sind Studenten beim Studieren, also während der Aus- und Fortbildung an Hochschulen, versichert. Stefanie gehörte zum Unfallzeitpunkt als immatrikulierte Studentin zu dem nach dieser Regelung versicherten Personenkreis und die zum Zeitpunkt des Unfalls verrichtete Tätigkeit war zwar nicht ihrem Fachstudium des Wirtschaftsingenieurwesens zuzuordnen, aber doch einem versicherten Hochschulsport.

Erst das Berufungsgericht stellte somit fest, dass der Unfall beim Hochschulsport ein Arbeitsunfall war und die Distorsion des rechten Kniegelenks mit frischem Riss des vorderen Kreuzbandes eine Folge dieses Unfalles.

*Diesem fiktiven Sachverhalt liegt das Urteil des Thüringer Landessozialgerichts, Urteil vom 25. April 2013 – L 1 U 1046/11 –, juris, und SG Augsburg, Gerichtsbescheid vom 24. Januar 2014 – S 8 U 149/13 –, juris zu Grunde.